Die Akte Audi-Cosworth

Die Akte Audi-Cosworth

Teil 1: Der heimliche Flirt – Als Audi fast den Simtek rettete

Einleitung Wenn 2026 die roten Startampeln ausgehen, wird Audi erstmals offiziell als Werksteam in der Formel 1 antreten. Doch die Geschichtsbücher des Motorsports hätten fast anders geschrieben werden müssen. Eine Spur führt zurück in die wilden 90er-Jahre, in eine Zeit, in der kleine Privatteams ums Überleben kämpften und ein V10-Motor in Northampton auf ein deutsches Logo wartete. Dies ist die Geschichte des ersten, gescheiterten Versuchs.

Das Szenario: 1993/1994 Die Formel 1 befand sich im Umbruch. Die Ära der „Garagisten“ neigte sich dem Ende zu, Werke wie Mercedes (via Ilmor) drängten in den Sport. In diesem Haifischbecken schwamm ein kleiner Fisch namens Simtek. Das Team rund um den jungen Ingenieur Nick Wirth plante den Einstieg für 1994. Doch Geld war knapp, und die Suche nach einem starken Partner lief auf Hochtouren.

Hier kommt Audi ins Spiel. Offiziell konzentrierten sich die Ingolstädter auf den Tourenwagensport (Super Tourenwagen Cup), doch hinter den Kulissen suchte man nach größerer Bühne.

Das Treffen in Northampton Wie Recherchen von UnracedF1 bestätigen, gab es im Winter 1993/1994 intensive Gespräche. Eine Delegation von Audi-Managern wurde im Cosworth-Werk in Northampton gesichtet. Offiziell? Ein Besuch unter „Kollegen“, um sich über Gusstechniken und Tourenwagen-Motoren auszutauschen. Inoffiziell? Ein Abtasten für die Königsklasse.

Die Idee war verführerisch simpel: „Badge Engineering“. Sauber machte es vor, indem sie „Concept by Mercedes“-Aufkleber auf ihre Ilmor-Motoren klebten. Der Plan für Simtek sah vor, einen Kunden-Cosworth-Motor im Heck des Simtek S941 zu platzieren und ihn als „Audi“ zu branden. Es wäre ein risikoarmer Einstieg gewesen – Marketing-Präsenz ohne die vollen Kosten einer eigenen Motorenentwicklung.

Warum der Stecker gezogen wurde Letztlich fehlte der Mut. Der VW-Konzernvorstand sah die Formel 1 damals noch als zu risikoreich und zu teuer an. Simtek startete 1994 mit Ford-Kundenmotoren, erlebte durch den tödlichen Unfall von Roland Ratzenberger eine Tragödie und ging Mitte 1995 bankrott. Das „Audi-Simtek“-Projekt verschwand in den Schubladen als eine der großen „Was-wäre-wenn“-Geschichten.

Doch was niemand ahnte: Nur vier Jahre später würde Audi nicht nur einen Motor suchen, sondern gleich die ganze Fabrik kaufen.

Fortsetzung folgt in Teil 2…

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