Teil 2: Der Herr der Ringe – Wie Audi (versehentlich) für Ford siegte
Rückblick In Teil 1 haben wir gesehen, wie Audi Mitte der 90er vor einem Engagement zurückschreckte. Doch 1998 änderte sich alles. Unter der Ägide von Ferdinand Piëch ging der VW-Konzern auf Einkaufstour. Bentley, Bugatti, Lamborghini – und fast beiläufig: Cosworth.
Die kuriose Eigentümer-Struktur 1998 kaufte Audi die Cosworth-Gruppe von Vickers. Damit entstand eine der skurrilsten Situationen der modernen F1-Geschichte: Audi, eine Tochter von VW, war plötzlich Eigentümer des Motorenlieferanten von Ford. Ford betrieb zu dieser Zeit das Team „Stewart Grand Prix“ (später Jaguar) als faktisches Werksteam. Der Motor im Heck des Stewart SF3 war ein Cosworth CR-1 V10. Technisch gesehen bedeutete das: Als Johnny Herbert 1999 beim verrückten Regenrennen am Nürburgring gewann, siegte ein Auto, das von einem Audi-Tochterunternehmen angetrieben wurde.
Der Motor, der bereitstand Die Experten von UnracedF1 weisen auf ein faszinierendes Detail hin: Audi hatte um das Jahr 2000 herum alle Puzzleteile in der Hand.
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- Das Know-how: Ihnen gehörte Cosworth Racing.
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- Das Aggregat: Der V10 war konkurrenzfähig und siegreich.
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- Das Geld: Der VW-Konzern boomte.
Es gab interne Studien und Gerüchte über einen Einstieg um 2000/2001. Ein Audi-Werksteam hätte den bestehenden Cosworth-Motor nutzen, ihn weiterentwickeln und mit den vier Ringen versehen können. Die Infrastruktur war da. Doch die Konzernpolitik war komplex. Audi wollte Le Mans dominieren (was sie mit dem R8 auch taten), und man sah Diesel-Technologie als relevanter für die Serie an als hochdrehende V10-Benziner.
Das Ende des Kapitels Die Situation blieb für Ford unhaltbar – man wollte nicht vom Konkurrenten abhängig sein. 2004 verkaufte Audi die Rennsportabteilung „Cosworth Racing“ schließlich an Ford. Die Serienfertigung (Cosworth Technology) behielt Audi zunächst und verkaufte sie später an Mahle.
Damit endete eine fast zehnjährige Phase, in der Audi immer wieder mit einem Bein in der Formel 1 stand, ohne den letzten Schritt zu gehen. Es sollte weitere 20 Jahre dauern, bis aus dem Zögern Gewissheit wurde. Wenn Audi 2026 startet, schließt sich ein Kreis, der 1994 in Northampton begann.
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