Einleitung: Das Erbe der Jahrtausendwende Wir schreiben die erste Woche des Jahres 2001. Die Sektkorken der Silvesternacht sind kaum verklungen, da richtet sich der Blick der Motorsportwelt bereits wieder auf die Rennstrecken. Die Saison 2000 endete historisch: Michael Schumacher holte nach 21 Jahren Wartezeit endlich den Fahrertitel zurück nach Maranello. Doch wer glaubt, dass sich Ferrari auf diesen Lorbeeren ausruht, kennt Jean Todt und Ross Brawn schlecht. In der ersten Kalenderwoche 2001 herrscht eine trügerische Ruhe. In den Fabriken in England und Italien laufen die Windkanäle heiß, denn das Jahr 2001 verspricht, die Karten neu zu mischen.
Technik-Revolution: Die Rückkehr der elektronischen Hilfen Das dominierende Thema in den Fachmagazinen in dieser Woche ist nicht nur aerodynamischer Natur. Die FIA hat eine Bombe platzen lassen: Die Traktionskontrolle soll zurückkehren (offiziell ab dem GP von Spanien). Ein Aufschrei geht durch die Puristen-Szene. Wird das Fahren zu einfach? Für die Ingenieure bedeutet KW 1 vor allem eines: Software schreiben. Die Autos, die bald präsentiert werden, müssen so konzipiert sein, dass sie die elektronischen Helferlein perfekt integrieren. Es ist der Beginn einer neuen Ära der Hochtechnologie, in der der Fahrerfuß zwar noch wichtig, aber nicht mehr der alleinige Herrscher über das Drehmoment ist.
Der Reifenkrieg entflammt neu Ein weiterer Schatten liegt über der ersten Januarwoche: Michelin ist zurück. Nach Jahren der Bridgestone-Alleinherrschaft müssen sich die Teams nun entscheiden. Williams und Benetton haben sich auf die Seite der Franzosen geschlagen, während Ferrari und McLaren den Japanern von Bridgestone treu bleiben. In dieser Woche analysieren die Teams die ersten Daten der Wintertests vom Dezember. Die große Frage: Wird Michelin sofort konkurrenzfähig sein? Die Gerüchteküche brodelt, dass der „Bibendum“ (das Michelin-Männchen) aggressiver in den Markt zurückkehrt als erwartet.
Die „Jungen Wilden“: Generationenwechsel Während Mika Häkkinen und Michael Schumacher als die etablierten Platzhirsche in das Jahr gehen, richten sich die Scheinwerfer in KW 1 auf drei Namen, die den meisten Gelegenheitszuschauern noch wenig sagen, aber das Potenzial haben, die Geschichte zu verändern. Da ist Juan Pablo Montoya. Der kolumbianische Heißsporn kommt als CART-Champion zu Williams-BMW. Seine Attitüde: Respektlos und schnell. In Interviews dieser Woche macht er bereits klar, dass er nicht hier ist, um Autogramme von Schumacher zu sammeln. Noch kontroverser ist die Personalie Kimi Räikkönen. Peter Sauber will den jungen Finnen ins Cockpit setzen, doch die FIA zögert. Er hat kaum Erfahrung in Formel-Autos. In dieser Woche wird hinter den Kulissen heftig debattiert: Ist er eine Gefahr für die Allgemeinheit oder ein Jahrhunderttalent? Und dann ist da noch ein junger Spanier namens Fernando Alonso, der bei Minardi andockt. In KW 1 noch eine Randnotiz, doch die Experten bei Minardi flüstern sich bereits zu, dass sie hier einen Rohdiamanten haben.
Ausblick Die erste Woche 2001 endet mit einer Mischung aus Anspannung und Vorfreude. Ferrari ist der Gejagte, McLaren-Mercedes der wütende Herausforderer, und BMW-Williams lauert als dunkles Pferd im Hintergrund. Die Autos sind noch unter Tüchern, die Lackierungen noch geheim, aber der Geist des Wettbewerbs ist bereits hellwach. Das Jahr 2001 wird kein Spaziergang für den Weltmeister – das ist das Versprechen, das in der kalten Januarluft liegt.
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